Blog

3. Vortrag (Sehn)Süchte

Vortrag Sehnsüchte 

Am Mittwochabend fand der vorerst letzte Vortrag der dreiteiligen Vortragsreihe „(Sehn)Süchte“ statt.

Nachdem in den vorangegangenen Vorträgen die Entstehung von Sucht, die gängigsten Drogenarten, sowie Tipps zur Suchtprävention erläutert wurden, beschäftigte sich dieser Vortrag mit den „Gefahren aus dem Internet“.

Dazu referierte der Safer-Internet-Trainer Kristijan Rehsmann vom Verein 4-everyoung. Moderiert wurde die Veranstaltung von Mag.a Andrea Wulz von Oikos.

Rehsmann gab zuerst einen Überblick über die bekanntesten Sozialen Medien, erklärte deren Funktionen und häufigste Anwendungen und die entsprechende Zielgruppe.

Kinder und Jugendliche vor den digitalen Medien abzuschirmen ist weder möglich noch sinnvoll, denn sie helfen auch bei der Bewältigung vieler Aufgaben und bieten viele Chancen. Umso wichtiger ist es aber auch auf dessen Gefahren aufmerksam zu machen und Kinder und Jugendliche bei einem sorgsamen Umgang damit zu begleiten.

Sowohl für Kinder und Jugendliche als auch für Erwachsene gilt, dass persönliche Daten über viele Jahre gespeichert werden und mittels Suchmaschinen stets abrufbar sind. Bilder und Videos, die in verschiedenen Kontexten entstanden sind können so über Dritte im Internet verbreitet und kaum mehr gelöscht werden. Persönliche Daten, Aufenthaltsorte und Bewegungsprofile werden gespeichert und für z.B. Werbung genutzt. Selbstdarstellungen (z.B. Sexting) im Netz und Aussagen über z.B. über politische oder sexuelle Ausrichtungen können zu Diskriminierung und Mobbing führen.

Übermäßiger Konsum von Internet und Computerspielen kann sowohl bei Jugendlichen als auch bei Erwachsenen zur Sucht führen. Insgesamt sind mehr männliche Internetnutzer von Sucht betroffen, aber auch bei weiblichen Nutzerinnen ist die Tendenz stark steigend.

Das „Darknet“ (engl. „Dunkel Netz“), kann man sich als virtuellen Hinterraum für Eingeweihte vorstellen, das nicht so leicht zu erreichen und anders gebaut ist als das offene. Das Ziel dieser eigenen Netzwerke ist die Beibehaltung der Anonymität der Nutzer. Über eine spezielle Software und sog. „Tor-Browser“ gelangt man zu Chaträumen und viele Online-Shops, die u.a. illegal Waffen und Drogen anbieten. Um anonym zu surfen und zu zahlen wird oft das Zahlungsmittel „Bitcoins“ verwendet.

Bei der Bekämpfung von Drogenkriminalität stellt das „Darknet“ die zuständigen Einrichtungen (z.B. Oikos) aber auch die Polizei vor immer neuen Herausforderungen, da die Bestellungen kaum mehr überprüfbar sind.

Im Anschluss an den Vortrag wurde der Kurzfilm Sehn(süchtig), der im Auftrag von Oikos produziert wurde, gezeigt. Dieser Film soll zu Entstigmatisierung von Sucht beitragen und wurde Ende November 2017 mit dem 1. Platz des 17. Klagenfurter Gesundheitspreises ausgezeichnet.

In der anschließenden Diskussionsrunde interessierten die ZuhörerInnen vor allem die Themen Privatsphäre und die Suchttendenzen der Jugendlichen im Zusammenhang mit Smartphones, Sozialen Netzwerken und Internet.

Aufgrund des großen Erfolges der Veranstaltungsreihe (Sehn)Süchte sollen weitere Vorträge im nächsten Jahr folgen.

 

{{ message }}

{{ 'Comments are closed.' | trans }}